WoMo-Fahrer und Documenta – macht das Sinn?

Documenta?

Soll bzw. darf man als WoMo-Fahrer zur Documenta? Ist das Kunst oder will ich da weg? Ein kurzer Bericht eines Kunstbanausen über einen verblüffenden Ausflug.

Hotel Gude zum zweiten

Wir waren bereits in Kassel – und so fiel die Wahl kurz und knapp wieder auf den Stellplatz beim Hotel Gude. Vorsichtshalber haben wir vorher angerufen und reserviert. Wieder fiel uns die Rezeption des Hotels auf: Freundlich, zuvorkommend und kompetent. Wir wurden mit Tagesticket, Stadtplan und speziellem Documentaplan ausgerüstet und auch Eintrittskarten zur Documenta konnten wir dort gleich kaufen. Wir entscheiden uns für die günstige Variante: Zutritt in die Ausstellungsräume ab 17 Uhr für 10 Euro. (Die normalen Karten kosten 22 Euro).

Dann ab in die Straßenbahn (Ticket entwerten nicht vergessen) und am Rathaus ausgestiegen.

Highlight: Akropolis

Ich hatte vorher nur im Radio von der Akropolis der Bücher gehört und kein Bild von der Documenta gesehen. Entsprechend hatte ich ein Bild im Kopf. So in etwa: Tausende gestapelter Bücher, die die Akropolis ziemlich detailgetreu nachstellen. Mit diesem Bild im Kopf stand ich dann vor dem Baugerüst, an das die Bücher mit Folie wetterfest befestigt waren. Tja, mit meinem Kopfbild hatte das nix zu tun. Aber trotzdem … wir schlendern dann durch die Bücher, zeigen auf das eine oder andere (he, Winnetou war verboten?) und gehen weiter – zwar nachdenklich, aber auch ein bisschen enttäuscht.

(Wohn)-Röhren

Wir laufen dem Besucherstrom hinterher und stehen vor wohnlich eingerichteten Betonröhren. Soll sich wohl kritisch mit den Flüchtlingen und ihrer Situation auseinandersetzen. Ich muss aber an die Studentenbude der Tochter denken…

Ratlosigkeit

Wir schlendern weiter Richtung Orangerie, betrachten die Mühle des Blutes, ein Kunstwerk mit dem wir dank Schild etwas anfangen können. Schade, dass es nicht mehr beweglich ist, so wie ursprünglich geplant.

Nicht weit entfernt „Trassen“. Wir sind ratlos – und der Kunstbanause in mir murmelt: Handwerklich geschickt gemacht, aber schade ums Holz. Das Schild hilft auch nicht weiter.

Dank Google Maps laufen wir zu einer nahe gelegenen Pizzeria. Dabei weist die beste aller möglichen Ehefrauen auf ein Gebäude hin, von dem weißer Rauch aufsteigt: ebenfalls ein Kunstwerk der Documenta. Etwas verlegen gesteht sie: Ich weiß aber nicht mehr, was es aussagen soll. Mein grinsender Kommentar: Kassel hat jetzt einen Papst.

Abstecher: Planetarium

Die Füße sind jetzt etwas wund – wir kaufen Eintrittskarten zum Planetarium und lassen uns in die Milchstraße entführen (und vor allem: sitzen recht bequem). Ich mag Planetarien – und mit 6 Euro lohnt der Besuch allemal.

Noch mehr Ratlosigkeit: Die Ausstellungsräume

Warnung vorab: Rucksäcke vorher abgeben, sonst darf man nicht rein. Also zunächst bei den nahe gelegenen „Containern“ anstellen, Rucksäcke, Schirme usw. abgeben und dann an der Schlange zur Ausstellung anstellen.

Und jetzt kann man durch die Hallen schlendern, sich die anderen ratlosen oder ernsthaft diskutierenden Besucher ansehen und Kunst bewundern. Beliebt scheinen mittlerweile Projektoren zu sein. Aber uns beiden bleiben die meisten Kunstwerke unerschlossen. Ein sterbender Fisch, ein schreiend gegen eine Wand Springender oder eine Sandfläche mit Drähten und Kugeln?

Fazit: Nur der olympische Gedanke zählt?

Dabei sein ist alles? Auf dem Weg zurück zum Wohnmobil und den dann folgenden Gesprächen stellt sich heraus: Trotz all unserer Ratlosigkeit beschäftigen wir uns mit den Kunstwerken. Diskutieren, interpretieren. Ob immer im Sinne des Künstlers … vielleicht nicht. Aber schon allein für die Diskussionen hat sich der Besuch gelohnt.

 

Anmerkung zu den -fehlenden- Fotos

Man darf in Kassel fotografieren. Aber wenn ich die aushängenen AGB’s richtig interpretiere, darf ich die Fotos nicht veröffentlichen. Schade eigentlich.

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