Thailand – Teil 6 – Rundfahrt im Norden Tag 3 und 4

Rundfahrt in Thailands Norden – Tag 3

Wetter in den Bergen

Das Hotel in dem wir untergekommen sind, ist bekannt für seinen herrlichen Ausblick über die Berge. 

Nun ja – einziger Trost: Es ist warm. Zumindest für uns. Unsere Führerin kommt uns im Hoodie entgegen und erzählt etwas über die kühlen Berge. Tatsächlich soll es hier bis zu 5 Grad kalt werden – aber uns bleibt das Glück hold. Zumindest temperaturtechnisch.

Teeplantage 101

Erstes Ziel: Eine Teeplantage. Ich hoffe, dass wir wirklich die Plantage anschauen und nicht in eine Verkaufsveranstaltung geraten und werde auch nicht enttäuscht. Wir laufen in die Felder hinein, bekommen die Tee-Ernte erklärt und anschließend werden uns die unterschiedlichen Teesorten vorgestellt.

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Teeplantage 101

Sabine ist begeistert von der Teezubereitung und würde das Set zum Wasserkochen gerne kaufen.

An dieser Stelle muss ich mich wohl „outen“. Ich bin kein Teeliebhaber. Mein Getränk ist Kaffee. Die Verkäuferin war nett – aber wir kaufen trotzdem keinen Tee und fragen unsere Führerin, ob wir auch eine Kaffeeplantage ansehen könnten. Klar, da kommen wir auch noch vorbei. Doch zunächst halten wir an einem lokalen Marktstand und mit einem frechen Grinsen präsentiert uns der Fahrer ein Bambusröhrchen mit der lokalen Leckerei:

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Thailändische Leckerei : frische Maden

Würde mich ja interessieren – aber nein, ich schaffe es nicht, auch nur eine in den Mund zu stecken. Frittiert vielleicht?

Aber der Marktstand ist interessant:

Der Opium-König

Wir sind auf dem Weg zum Opium-König – eine umstrittene Gestalt in der thailändischen Geschichte. Er hat durch Opium-Anbau und Schmuggel ausreichend Geld verdient, um gegen die Regierung einen Aufstand anzuzetteln, während er gleichzeitig Krankenhäuser und Schulen finanziert hat (so haben wir das zumindest verstanden und in diversen Reiseführern stand es ähnlich).

Wir durchfahren Dörfer, in denen viele Häuser noch im ursprünglichen, einfachen Baustil bewohnt werden und verstehen, warum vom armen Norden gesprochen wird.

Wir erreichen das Hauptquartier des Opiumkönigs – ein etwas größeres Haus mit vielen Informationstafeln. Ganz interessant, wenn man sowieso schon in der Gegend ist , extra deswegen hierherfahren lohnt aus unserer Sicht eher nicht.

Kaffeeplantage

Die Berge sind anders als wir es gewohnt sind. Solch steile Kuppen würden hier eher kahlen Fels zeigen – doch hier ist alles grün. Auch die Straßen sind ungewohnt gebaut – mitunter muss unser Fahrer bis in den ersten Gang schalten, um die Steigung zu bewältigen. Ehrenwort – es liegt nicht an der guten Verpflegung, dass sich das Auto so mit uns quälen muss…

Wir fahren kurz eine schmale Straße entlang und da sind sie: Kaffeebäume. Wir sind inmitten einer Kaffeeplantage und ich muss mir das jetzt mal genauer ansehen. Man kann die Früchte direkt essen – leicht süßlicher Geschmack und innen dann der Kern: die Kaffeebohne.

Etwas weiter eine Kaffeewaschstation. Die schwarzen, reifen Früchte werden dort in Wasser gewaschen, das Fruchtfleisch fällt ab und übrig bleiben die Kaffeebohnen.

Die werden dann vermutlich in meine Heimatstadt Bremen geschickt und dort geröstet. Schade, keine Kaffeeverkostung.

Mal sehen, ob die mitgenommenen Kaffeebohnen in Deutschland austreiben.

Besuch bei den Lahu

Wir dachten, die Straße zu der Kaffeeplantage wäre schmal gewesen. Ein Irrtum. Zwischen eng stehenden Bäumen geht es hindurch, dann eine Rumpelstraße und dann – das Dorf der Lahu.

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Thailand – Besuch bei den Lahu

Was wir nicht gewusst haben – wir bringen Geschenke für die Kinder mit. Süßigkeiten und – der Renner bei den Kleinen: Luftballons.

Wir kommen uns ein bisschen komisch vor wie sich die Kinder brav in einer Reihe anstellen und ihre Geschenke abholen – trotzdem macht es Spaß. Das Dorf ist authentisch – da läuft keiner in traditioneller Kleidung herum und dass der Regen den Boden matschig gemacht hat, kann man manchen Kindern am Gesicht ablesen.

Begleitet von den Kindern (die jüngeren Erwachsenen arbeiten auf den Feldern) besichtigen wir das Dorf.

Die Lahu gibt es in mehreren Stämmen – rote grüne und gelbe (ich hoffe mein Gedächtnis trügt mich nicht). Erkennbar an den Farben der traditionellen Kleidung.

Unser Fahrer wendet unerschrocken das Auto – und es geht weiter zum nächsten Stamm:

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Thailand – Straße im Dorf der Lahu

Mit einem kleinen Grinsen hält der Fahrer an einem Stand und überreicht mir ein Geschenk – Raupen. Frittiert. Tja, nutzt nix – ab in den Mund damit.

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Thailand – frittierte Raupen

Schmecken wie fade Chips. Unser Ruf: Die probieren alles, hat sich wohl damit gefestigt.

Im nächsten Dorf ist Mittagsruhe. Die Kleinen schlafen. Wir hinterlassen Kuchen und Ballons und gehen unbegleitet durch das Dorf.

Der Schlamm fordert Kompromisse – die Hose wird hochgekrempelt und Flipp Flops angezogen. Das Dorfschwein schaut erschreckt und gibt Fersengeld – na, so schlimm sehe ich doch wirklich nicht aus?

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Alter Dorfeingang – Schutz vor bösen Geistern

Wir passieren auf dem Rückweg noch den alten Dorfeingang – mit geschnitzten Wächtern um böse Geister zu verscheuchen – und unser Tag neigt sich dem Ende zu.

Wir übernachten im Maekok River Village Resort – gemeinsam mit einer Truppe von Radfahrern. Anscheinend gibt es auch die Möglichkeit, Thailand mit dem Rad zu erkunden.

Nachdem wir jetzt mehrere Tage nur mit Thailändern unterwegs waren, fällt uns auf, wie laut wir Europäer auftreten – das war uns vorher gar nicht bewusst gewesen.

Die Dusche mit Flusskieseln ist das Highlight – ob man sowas nachbauen sollte? Aber wie bekommt man das nur sauber – jeden Kiesel einzeln schrubben?

Rundfahrt in Thailands Norden – Tag 4

Wat Thaton Chedi

Am nächsten Morgen müht sich unser Auto wieder einen steilen Hang hinauf zum Wat Thaton Chedi. Hier oben gibt es einen wunderbaren Blick über die Flusslandschaft – der Blick lohnt sich trotz des trüben Wetter

Im Tempel Wat Thaton Chedi sind Reliquien von Buddha. Auf meine Frage, dass es ja recht viele Reliquien von Buddha gäbe, bekam ich die Auskunft, dass es ja mehrere Buddhas gegeben habe. Im Moment gäbe es grade keinen Buddha – man wartet noch auf seine Ankunft. Leider habe ich nicht herausgefunden, von welchem Buddha genau die Reliquien denn nun sind – aber der Tempel mit den unterschiedlichen Statuen aus vielen Ländern lohnt auf jeden Fall.

Ein weiteres Dorf

Wir besuchen ein weiteres Dorf eines Lahu-Stammes. Diesmal dürfen wir sogar in eines der Häuser – und wir finden das Innere toll.

Der Boden gibt unter meinem Gewicht etwas nach, man kann durch die Bambusstäbe nach draußen schauen und das Gebäude ist angenehm luftig und kühl. Interessant ist die Küche – eine Lehmplatte auf dem Boden, darauf Feuer und Dreibein. Ich wünschte, so ein rauchloses Feuer würde ich hinbekommen!

Übrigens: Stirbt ein Hausbewohner, so wird das Haus vollständig abgerissen und ein neues Haus gebaut. Zumindest bei den traditionellen Häusern – bei den Steinhäusern weicht man von dieser Tradition ab, schmunzelt unsere Führerin.

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Huhn und Ferkel bekommen keine Süßigkeiten von uns und wenden sich enttäuscht ab.

Die Reismaschine

Der Fahrer hat mitbekommen, dass ich die ganze Zeit an den Reispflanzen interessiert bin. Ein Gewächs, dass in Wasser gepflanzt wird, mehrfach geflutet wird und dann wie Getreide geerntet wird, fasziniert mich einfach. Wir machen überraschend einen Zwischenstopp an einer Maschine mit welcher der Reis von der Spelze getrennt wird:

Tap Tao Höhle

Wir besuchen als nächstes die Tap Tao Höhle. Zwar hatten wir an Tropfsteine gedacht – aber die Buddha-Statuen im Zwielicht der Höhle sind ebenfalls beeindruckend. Als wir die Höhle besichtigen, gesellt sich ein Hund zu uns, führt uns wie selbstverständlich durch die Höhle und auf den kleinen Weg zu den aus dem Fels gemeißelten Figuren und begleitet uns zurück. Man könnte doch an die Wiedergeburt glauben.

Angkhang Nature Park

Eigentlich wollten wir jetzt noch die Botanische Ausstellung im Angkhang Nature Park besuchen. Doch das Wetter mag uns nicht leiden und wir einigen uns mit unserer Führerin: Morgen versuchen wir es nochmal.

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Angkhang Nature Resort

Wir wollen es ja fast nicht glauben – in unserem Hotelbett ist eine Heizdecke. Schmunzelnd gehen wir zum Abendessen, geraten in eine geschlossene Abendgesellschaft und finden uns im Speisesaal der Personals wieder. Das schadet dem Essen nicht und wir finden es eher witzig, auch wenn es ein Geduldsspiel ist an ein weiteres Bier zu kommen.

Als wir ins Bett gehen stellen wir fest: Wir sind schon gut akklimatisiert. Wir schalten die Heizdecke an.

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