Routenplanung und Navigation – eine Anleitung

Navigation und Routenplanung

Wer seine Reise plant, steht oft vor dem Problem: Wie erstelle ich eine Routenplanung und wo finde ich Camping- bzw. Stellplätze? Einen Überblick zu bekommen ist schwer, aber Google Earth, Google Maps, RouteConverter und GPS Babel helfen weiter.

Camping- und Stellplätze

Ziel

Bei der Routenplanung soll ein Campingplatz oder Stellplatz in die Planung mit einbezogen werden? Am Zielort einen schicken Campingplatz finden? Mittels Google Earth bzw. (eingeschränkt) Google Maps gewinnt man einen Überblick über die vorhandenen Plätze und kann mittels Google Earth mal schauen, wie der Platz von oben aussieht.

Camping- und Stellplatzdateien erstellen

Zunächst braucht man die Daten der Camping- und Stellplätze:

Campingplätze: Archie  (für die Performance die Länderspezifische Datei herunterladen!)
Stellplätze: Campercontact

Benötigt werden die kml-Dateien mit den Camping/Stellplätzen der Ziel- und Transitländer. Archie stellt diese Dateien bereits im benötigten Format im Verzeichnis \POI\iGO – Google Earth kml-www.archiescampings.eu zur Verfügung.

Campercontact stellt die Daten nur in TomTom (ov2) und Garmin-Format zur Verfügung, daher muss für diese Dateien „Hand“ angelegt werden. Hierzu GPS-Babel aufrufen, ov2-Länderdatei unter Eingabe/Dateiname auswählen und als Zielformat Google Earth (Keyhole) Markup Language auswählen. Noch die Zieldatei unter Ausgabe/Dateiname eintragen, dann OK.

Die Alternative zu GPS-Babel ist RouteConverter, ein Tool, das ich gerne zur Routenplanung einsetze. Hier über den Menüpunkt Datei/Öffnen die ov2-Datei laden und dann einfach mit Datei/Speichern wieder im Google-Format (kml) speichern.

Camping- und Stellplätze in Google Earth sehen

In Google Earth in der linken Navigationsleiste auf „meine Orte“ gehen (sieht aus wie eine nach unten hängende Fahne) und dort kml-Datei importieren auswählen. Dann die oben erzeugten bzw. heruntergeladenen Dateien auswählen. Bei Bedarf die Verzeichnisse umbenennen (rechter Mausklick).

Damit sind alle Stellplätze und Campingplätze des Reiselandes in Google Earth sichtbar. Das lässt sich natürlich auch mit mehreren Reiseländern (und Transitländern) machen.

Über das „Auge“ neben den Verzeichnisnamen lassen sich die Anzeigen auf der Karte ein- bzw. ausblenden – was man der Geschwindigkeit zu liebe auch tun sollte.

Camping- und Stellplätze Google Maps sehen

Das klassische Google Maps (maps.google.de) lässt leider keinen Import von kml-Dateien mehr zu. Daher muss man https://www.google.com/maps/d/ nutzen. Leider ist auch im neuen Tool die Anzahl der Kartenpunkte, die man einpflegen kann, auf 2000 beschränkt – was in Frankreich völlig unzureichend ist. Trotzdem –  hier eine Kurzanleitung, wie man kml-Daten in Maps bekommt:

  • Neue Karte erstellen
  • Links „Ebene hinzufügen“ anklicken
  • Die neue „Unbenannte Ebene“ enthält „Importieren“, dort kann man die kml-Dateien importieren
  • Rest ist selbsterklärend.

Die Ebenen kann man über die drei Punkte rechts entsprechend benennen.

Links von den Ebenen befindet sich ein kleines Kästchen, über welches die Anzeige auf der Karte ein- bzw. ausgeschaltet werden kann.

Routenplanung

Google Maps

Der Vorteil von diesem Google Maps: Man kann die Route durch „ziehen“ schnell verändern. Wer also bestimmte Streckenabschnitte fahren will, kann hier entsprechend ändern.

  • Unterhalb des Suchfeldes ist das Routen-Icon (sieht aus wie eine Weggabelung)
  • Links entsteht ein Feld “Unbenannte Ebene” mit A und B als Start- und Zielpunkt der Route
  • Mit den drei Punkten kann die Route benannt werden
  • Durch klicken und ziehen kann der Routenverlauf dann geändert werden, so dass man z.B. Stellplätze in den Routenverlauf einplanen kann.
  • Die so geplante Route kann man im kml-Format herunterladen, dazu ganz oben im Ebenen-Menü auf die drei Punkte klicken, „in kml exportieren“ auswählen und im Folgemenu die passende Ebene (sprich: die Route) auswählen und den Punkt „Als kml exportieren“ anklicken. Dann auf herunterladen klicken.

Jetzt müsste (m)ein Navi nur noch kml-Dateien verstehen – ansonsten müssen die Daten mittels GPS-Babel oder RouteConverter übersetzt werden. Da kann man auch gleich mittels RouteConverter planen…

Routenplanung mit RouteConverter

Der RouteConverter ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, dafür aber sehr mächtig, wenn es um das Umwandeln der verschiedenen Datei-Formate (gpx, itn, kml, kmz, ov2) geht. Grade bei meinem TomTom sind Routen im itn-Format auf 48 Wegpunkte beschränkt, was nur wenig Freude bereitet, wenn man eine sehr lange Strecke plant.

Los gehts:

Rechts zunächst als Typ: Wegpunktliste auswählen.

Dann in der Karte den Kartenabschnitt anvisieren, wo der Startpunkt ungefähr liegen soll. Dann rechts unten auf „+“ tippen. Es erscheint ein Wegpunkt mitten auf der Karte. Den kann man jetzt mit der Maus auf den gewünschten Start-Punkt ziehen.

Das gleiche mit dem Zielpunkt. Die Route wird berechnet, fertig. Mit dem Verfahren kann man Zwischenziele einfügen, so dass die Route immer mehr den eigenen Vorstellungen angepasst wird. Achtung: Im Menü Extras/Optionen/Karte kann unter Routenplanung die Nutzung von Mautstraßen, Fähren und Autobahnen ausgeschlossen werden – was dann zu eigenwilligen Ergebnissen führen kann.

Zusätzlich kann der Routenverlauf durch „ziehen“ den eigenen Wünschen angepasst werden.

Mit 2 Punkten (Start und Ziel) hätte man das ganze natürlich dem Bord-Navi überlassen können. Grade wenn man Maut-Kosten optimiert oder Stellplätze eingeplant hat, soll das ganze dann mit möglichst vielen Zwischenpunkten im Navi landen. Dazu:

Positionsliste/Konvertiere Route in Track. Jetzt rechnet das Tool eine Zeit … und anschließend hat man unzählige Wegpunkte. Wieder zu viele, um im Navi damit etwas anfangen zu können. Unter Position / doppelte Positionen löschen werden die Track-/Wegpunkte reduziert, indem man im Folgemenü (Douglas Peuker- Algorithmus) die Zahl auf 1000 stellt und dann Markieren und anschließend „Lösche markierte Positionen“ wählt. Hier muss jeder nach seinem Geschmack „herumspielen“. Anschließend unbedingt prüfen, ob die geplanten Zwischenziele (Stell- und Campingplätze) der Optimierung nicht zum Opfer gefallen sind und diese ggf. wieder einplanen oder besser: Erst jetzt die Stellplätze ergänzen.

Ist man fertig, kann man die Datei mit Datei/Speichern als im für das Navi benötigten Format speichern.

Bei itn-Daten gibt es noch ein besonderes Schmankerl: Größere Dateien werden automatisch aufgeteilt (immer nur 48 Positionen je Datei).

Und noch etwas Schönes bietet RouteConverter: Falls jemand die gleiche Route zurückfahren will: Über Positionsliste/Komplett umkehren, kann man eine Route anlegen, die das ermöglicht. Mein Navi bietet leider nicht die Möglichkeit, eine Route „rückwärts“ zu fahren.

Das Navi

Was mache ich nun mit dem Ergebnis der ganzen Arbeit? Alles ins Navi!

Wir haben jetzt:

Alle Stell- und Campingplätze. Die unbedings als POI (Points of Interest) in das Navi übertragen. Wie das bei dem jeweiligen Navi funktioniert … kommt aufs Navi an. Mit RouteConverter können die erzeugten kml-Dateien in das passende Format ausgegeben werden und dann in das passende Navi-Verzeichnis übertragen werden. Ist man dann unterwegs hilft „POI in der Nähe“, um eine passende Unterkunft zu finden.

Die Route wird natürlich auch aufs Navi übertragen – Route starten und los geht die Reise.

TomTom GO730

Hier ganz kurz wie das bei einem TomTom GO730 abläuft:

POI:
Die POI-Daten (also alle Stellplätze bzw. Campingplätze) werden in das Verzeichnis mit den Karten kopiert. Bei mir heißt das Verzeichnis irgendwas mit Europe (laut meinen Recherchen im Internet gibt es wohl unterschiedliche Bezeichnungen, z.B.  Europe_980_7895 oder Western_and_Central_Europe_2GB) .

Dort hinein werden die Daten als OV2-Datei und eine gleichnamige Bitmap (BMP) kopiert, Beispiel: stellplaetze_IT.ov2 und stellplaetze_IT.bmp. Die Bitmap-Dateien bekommt man bei Archie beim Download unter bmp und bei CamperContact gleich mit zur Verfügung gestellt.

Routen:
Die Routen-Daten (Dateien mit der Erweiterung itn) werden in das Verzeichnis itn kopiert.

Nutzungsbeispiele:
POI finden: Navigieren zu / Sonderziel / POI bei Ziel / Dreieck (für weiter) / und dort die passende POI-Kategorie auswählen.
Route: Reiseroutenplanung / Optionen / Reiseroute laden / JA / passende Route anklicken / Fertig / JA / …

Fazit

Über Fragen und Verbesserungen würde ich mich freuen – vielleicht geht es ja auch einfacher?

Die Anleitung wurde nach bestem Wissen erstellt, für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte kann ich jedoch keine Gewähr übernehmen. Siehe auch Disclaimer.

 

Kommentar verfassen