Ein Ratgeber für Wohnmobileinsteiger

Ratgeber

Kürzlich bekam ich eine eMail mit Werbung für Erento, einem Vermieter für Wohnmobile. Besonders beworben wurde der kostenlose WoMo-Ratgeber. Das hat mich dazu gebracht, über den Einstieg ins Wohnmobil-Leben nachzudenken.

Wohnmobil und Einsteiger

Wer sich mit dem Gedanken trägt, ein Wohnmobil anzuschaffen,  fragt sich (oder auch mich): Lohnt sich das überhaupt? Und meine Antwort ist, wie so oft im Leben, das kommt drauf an!

Finanziell? Ein neues, günstiges Wohnmobil kostet so um die 40.000 Euro. Wie viele Urlaube mit wie vielen Personen kann man dafür machen? Nach wie vielen Jahren hat sich das WoMo amortisiert? Dabei muss man auch berücksichtigen: Auch der Urlaub mit dem WoMo kostet. Nach meiner Ansicht: Aus Kostensicht lohnt ein Wohnmobil nicht.

Lebensstil: Es ist Campingurlaub. Camping bedeutet: Gemeinschaftsduschen, Gemeinschaftstoiletten. Das Leben findet in der Öffentlichkeit statt. Man kocht selbst (naja, nicht immer). Es ist vielleicht etwas eng und es gibt keinen Roomservice. Camping liebt man oder hasst man.

Zeit: Für einen Urlaub im Jahr macht ein Wohnmobil nicht wirklich Sinn. Ein Wohnmobil muss genutzt werden, um am Wochenende Ziele in der Nähe anzusteuern. Man braucht verlängerte Wochenenden, um auch mal etwas entferntere Ziele zu besichtigen. Wir versuchen, in den warmen Monaten (März – Oktober) zumindest jeden Monat einmal auf Achse zu sein. Klappt leider, leider nicht, wie man an den Reiseberichten hier im Blog nachvollziehen kann…

Es gibt noch viele weitere Fragen, die beantwortet werden wollen: Kosten für Versicherung und Steuer, wo stellt man das Fahrzeug unter, wenn man es nicht nutzt, wie will man es waschen, was ist, wenn etwas an der Ausstattung repariert werden muss …

Insgesamt betrachtet sind das jetzt wohl mehr Gründe sich auf keinen Fall ein Wohnmobil zu zulegen.

Und weshalb haben wir dann trotzdem eins?

Es begann so:

Ich saß mit einer Kollegin in einem ziemlich trüben Büro und statt uns über die Arbeit auszutauschen, gerieten wir plötzlich ins Schwärmen: Man könne sich einfach so ins Auto setzen und die Welt umfahren, frei sein, hinfahren wo man gerade möchte, an schönen Plätzen so lange verweilen, wie man will (und der Urlaub das hergibt – bisschen Realitätssinn hatten wir uns noch bewahrt) – eines Tages machen wir das….Kopfschütteln des Kollegen: Camping? Ist das nicht was für Leute, die sich keinen Hotelaufenthalt leisten können?

Ausprobieren

Wer bis hierher gelesen hat und nicht schon kopfschüttelnd gesagt hat: Nicht mit mir, ich will doch Urlaub haben: Nicht sofort kaufen, sondern erst mal ausprobieren.

Tipp 1: In Düsseldorf auf die Caravan gehen und sich die Wohnmobile und Wohnwagen ansehen. Mal in die Betten legen (lang genug?), aneinander vorbeiquetschen, ein bisschen WoMo-Feeling tanken. Will man wirklich in einen Alkoven jeden Abend krabbeln? Oder das Sofa in ein Bett umbauen? Ein- und Ausstieg ist aber hoch – und das über einen Zeitraum von mehreren Wochen? So winzig ist der Kühlschrank! Was, das soll ein Schrank sein – wo soll ich denn meine Klamotten unterbringen?

Tipp 2: Internet und Foren. Sei es Facebook, G+ oder klassische Foren: Im Internet findet man jede Menge hilfsbereiter Menschen, die gerne über ihr Hobby reden und Einsteiger-Fragen gerne beantworten. Da stellen auch andere Fragen, auf die man selber nicht kommt. Oder haben Sie sich schon Gedanken darüber gemacht, wer das Klo entleert und wie das überhaupt geht?

Tipp 3: Mieten. In Düsseldorf stellen sich auch Vermieter vor, z. B. der ADAC. Oder man sucht im Internet und stößt  auf diejenigen, die mich zum Schreiben dieses Artikels gebracht haben: Erento. Meine erste Erfahrung mit Wohnmobilen habe ich in Kanada gemacht, seinerzeit habe ich über CANUSA gemietet (und hatte mich damit mit dem WoMo-Virus infiziert).

Ratgeber

Bevor ich dann an den Kauf eines Wohnmobiles gegangen bin: Ratgeber lesen.

Für einen allerersten Überblick kann ich den anfangs erwähnten WoMo-Ratgeber von Erento empfehlen. Er hilft für eine erste Orientierung und bietet, wenn man sich zum „Ausprobieren“ entschieden hat, eine erste Hilfe. Gefallen haben mir die Reisehinweise – für Frankreich habe ich doch glatt noch was dazugelernt. Zu tiefgründige Informationen darf man aber nicht erwarten (genau – keine Infos zum Klo), ich finde die Idee aber nett.

Professionelle Informationen findet man in der WoMo-Reihe, hier Band 05: Allgemeines Wohnmobil Handbuch.

Persönliches Fazit

Wohnmobilfahren ist ein Lebensgefühl – ein Stück Freiheit, ein Stück Abenteuer (und glaubt mir, abenteuerlich fühlt es sich bestimmt an, wenn das Navi plötzlich meint, ein kurzer Abstecher Richtung Innenstadt von Sevilla könne nichts schaden…).

Der einmalige Vorteil vom Wohnmobil ist – ich habe mein Wohnzimmer, meine Küche, mein Klo immer dabei, brauche keine Steckdose und muss abends trotzdem nicht im Dunkeln sitzen.

Ein Wohnmobil vor der Haustüre stehen zu haben, verheißt einem immer die Möglichkeit, man könne gleich starten. Jeder unserer Wochenendtripps fühlt sich wie ein kleiner Urlaub an – Ausstieg aus dem Alltag, Sorgen verblassen, man lebt im Hier und Jetzt. Und wenn man dann nach einem ereignisreichen Tag gemütlich mit einem Weinchen vor dem Womo sitzt, kann die Welt doch nicht schöner sein…

In eigener Sache

Wie eingangs erwähnt wurde ich zu diesem Artikel durch eine Mail von der Firma Erento inspiriert. Mir ist in diesem Zusammenhang wichtig, klar zu stellen, dass ich durch keine der in meinem Blog genannten Firmen finanzielle Vorteile irgendeiner Art habe, auch nicht in Form von Werbeanzeigen oder Affilate Links.

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