Italien – Rundreise durch Italiens Süden im Mai

Anreise mit Hindernissen

Schnee und Maut

Um unsere Rundreise durch den Süden Italiens zu starten, müssen wir über den Brenner. Da wir Mai haben, werfen wir einen Blick auf den Straßenzustand der Alpenpässe und geraten in Panik: Schnee. Winterreifenpflicht! Reifen wollen wir nun wirklich nicht kaufen und so wird nach einer Alternative gesucht. Entscheidung: Wir fahren über die Schweiz. Knausrig wie wir sind, haben wir auch schnell nachgerechnet und sind zu dem Schluss gekommen: Das macht von den Maut-Kosten her fast keinen Unterschied. (Österreich: 2 x Plakette a 8,90 und 2 x Brenner a 9 Euro ergibt 35,80. Die Schweizer Vignette hat uns 40 Euro gekostet. Da wir in diesem Jahr nochmal in die Richtung wollen, kommen wir insgesamt sogar günstiger davon.

Wo ist die Vignette?

Also wurde die passende Tankstelle vor der Schweizer Grenze angefahren, die Vignette käuflich erworben, aufs Armaturenbrett gelegt und ein Parkplatz angesteuert um die Vignette … wo ist die Vignette?

Tja, die ist beim Fahren hinter das Armaturenbrett gerutscht. Muss von außen sehr lustig ausgesehen haben, wie wir zwei mit Taschenlampe, Messer und sonstigem Werkzeug rumgefuhrwerkt haben um … letztendlich eine 2. Vignette zu kaufen. Humorig wie meine Frau ist, meinte sie: Du hast die Vignette da hingelegt, also bist du schuld. Drum gehe ich einmal alleine essen, um die 40 Euro wieder rein zu bekommen. (Kommentar Ehefrau: Natürlich ist er schuld, ist er doch immer 🙂 …

Zwischenstopp TCS Camping Luzern

Gehört zwar nicht zu Italien – aber der Campingplatz in Luzern soll nicht unerwähnt bleiben: Wir wurden dort nicht nur sehr freundlich begrüßt, sondern auch noch auf den günstigeren Camping-Tarif für Spätankommende (nach 18 Uhr) und Frühabreisende (vor 09:00 Uhr) hingewiesen … Von dem grandiosen Panorama mal ganz zu schweigen. Tut uns leid, dass wir unser Versprechen, auf der Rückreise Luzern zu besichtigen, nicht einlösen konnten. Dafür aber Lob und Link im Blog: TCS Camping, Luzern

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St. Gotthardt

Woran wir bei der Planung der Rundreise nicht gedacht hatten: Der Gotthardt-Tunnel wird renoviert. Hier ist Stau vorprogrammiert. Doch das Glück ist mit uns: Wir verlieren grade mal 15 Minuten, beim Rückweg ist es auch nicht schlimmer. Ob das in der Hauptreisezeit auch so aussieht wage ich zu bezweifeln!

Überblick über die Rundreise

Rundreise Italien - Übersichtskarte

© OpenStreetMap contributors - Veröffentlicht unter ODbL

Italien – die Rundreise

Italien – der erste Halt in Bellaria

Trotz sorgfältiger Vorbereitung – in Bellaria hat der anvisierte Campingplatz … zu. Leichte Verlegenheit macht sich  im Fahrzeug breit – wohin nun? Wieder einmal hilft das Navi mit den von Archie gelieferten Campingplätzen weiter: grade um die Ecke liegt Happy Camping. Bei leichtem Tröpfeln (ja, es regnet…) beschließen wir erst mal im Urlaub anzukommen und nicht gleich am nächsten Tag weiterzureisen.

Die ersten Eindrücke des „außerhalb der Saison“ sind merkwürdig. Der Campingplatz ist leer und ruhig, vieles macht einen unfertigen Eindruck – als würde die Gegend in den Startlöchern stehen und den Atem anhalten, bald, bald geht es los.

Die Stadt liegt nahe und ist merkwürdig leer. Auch haben noch viele Geschäfte und Restaurants geschlossen. Macht nix, die Pizzeria am Campingplatz versorgt uns bei unserem Anfall von Kochunlust. Das Bummeln durch die leeren Straßen macht Spaß, vor allem dem Ehemann, der es genießt an geschlossenen Souvenir-Läden vorbei zu gehen. (Er freute sich zu früh – spätestens in Alberobello wird das alles nachgeholt…)

Ancona

Bei der Planung unserer Rundreise waren wir unsicher – lohnt sich Ancona? Trotzdem wollten wir nicht einfach in den Süden düsen, ein Zwischenhalt sollte schon sein. So landete Ancona auf unserer Liste.

Lustig ist der Stellplatz in Ancona – zunächst bekommen wir einen Schreck, schon so viele WoMo’s? Ein kritischer Blick auf die Fahrzeuge zeigt: Der Stellplatz wird wohl als Parkplatz genutzt. Entsprechend wenige freie Plätze sind durch die Dauer-Parker vorhanden. Dafür sind wir in der Nacht fast allein.

Wir wandern dann zu der Attraktion von Ancona: Der Kathedrale mit wunderbarer Sicht über den Hafen. Zur Orientierung verwenden wir das Handy – wozu hat man denn eine Offline-Navi-App (Navigator) an Bord? Nun, kluge Menschen hätten ja nicht die Stadtmitte, sondern das wirkliche Ziel zur Navigation geplant. So stehen wir in der Stadtmitte und grübeln, wie wohl Dom auf Italienisch heißen mag (Lösung: Duomo).  Nachdem wir dann zum Hafen gestapft sind, finden wir ein Schild und damit auch die Kathedrale. Und lernen gleich dazu: Zwischen 13 und 15 Uhr haben die Kirchen geschlossen. Und übrigens auch alle anderen Geschäfte. Das gilt dann für den Rest der Reise … und 15 Uhr ist nicht verbindlich.

Tja, das Innenleben der Kathedrale verpassen wir also, und von Außen finden wir den „Dom“ eher langweilig. Wir schleppen uns zurück zum Stellplatz. Empfehlung: Buslinie nutzen, sonst gibt’s wunde Füße. Die Buslinie startet direkt am Stellplatz (hier bitte das Geräusch einer Hand, die vor die Stirn patscht, einblenden).

Loreto – Besuch in Marias Haus

Am nächsten Morgen geht es weiter nach Loreto. In der dortigen Kirche ist das Haus, in dem Maria aufgewachsen ist. Engel haben es der Legende nach aus dem heiligen Land nach Loreto versetzt.

Unterhalb der Basilika gibt es einen Stellplatz – den wir auch jedem empfehlen. Wir finden bei der Anfahrt einen freien Parkplatz auf den unser treuer Franz prima drauf passt. Der Parkplatz ist gelb markiert und damit für uns verboten – wie wir bei Rückkehr von unserer Besichtigungstour erkennen. Aber diesmal ist das Glück mit den Doofen und wir kommen ohne Knöllchen davon.

Die Basilika ist nicht nur von Außen ungewöhnlich, auch der Innenraum beeindruckt uns. Maria’s Haus ist mit Marmor verkleidet, die Bildhauerarbeiten sind wunderschön. Betritt man das Haus ist der Gegensatz des gemauerten Tonnengewölbes zu der marmornen Außenseite beeindruckend. Leider ist Fotografieren verboten und unter den strengen Blicken der Wachpriester halten sich alle brav daran. (einen Eindruck vom Inneren findet man hier).

Ascoli Piceno

Von Loreto rumpeln wir über löchrige Straßen weiter. Die Straßen im Süden sind sehr viel schlechter als im Norden und daher fahren wir dann meist Autobahn – die Maut ist in Italien nicht so teuer.

Auch in Ascoli gibt es einen Stellplatz ganz nahe am historischen Stadtkern. Den können wir aber nur so kleinen Wohnmobilen wie unserem Franz empfehlen, und selbst der ist mit seinen 6 m schon zu lang für seinen Parkplatz.

Stellplatz Ascoli

Das Wetter wird uns leider untreu…es regnet. Das finden wir sehr schade, denn die Stadt ist wunderschön. Wir müssen allerdings schmunzeln, als wir im Reiseführer lesen, das Pflaster der Piazza del Popolo würde glänzen wie nass, so poliert wären die Steine…er ist nass. Doch Petrus hat ein Einsehen, wir bekommen eine Regenpause und besichtigen die Stadt.

Es beginnt wieder zu regnen und wir beschließen, nicht auf dem zu engen Stellplatz zu bleiben sondern unser Glück am Meer zu versuchen.

Wieder schlägt die Vorsaison zu: die Campingplätze haben geschlossen (auch wenn sogar die Schilder vor Ort etwas anderes sagen). Wir klappern alles, was wir im Navi in der Nähe finden ab – und finden einen Stellplatz „beim Bauern“ (Azienda Agricola Speca Guglielmo). Man kann kaum von Stellplatz sprechen: Toilettenhäuschen, Strom und kleiner Gemüseladen der Bäuerin.

Jetzt sind wir auch richtig in Italien angekommen: Wir verständigen uns mit Händen und Füßen und viel guter Laune. Auf jeden Fall haben wir jetzt Gemüse, Käse, Oliven und selbstgemachte Marmelade.

Stellplatz beim Bauern

Gargano – Lesina Marina

Der Gargano ist landschaftlich besonders reizvoll. Wir steuern erstmal einen „Orientierungspunkt“ an, um von dort aus zu entscheiden, wie es weitergehen soll. Doch als wir den Stellplatz vor Ort ansteuern, ist an weiterfahren nicht zu denken:

Allein am Strand

Doch selbst ein Stellplatz wie dieser kann uns nicht davon abhalten, die Stadt zu erkunden. So wandern wir vom Strand in die Stadt (ca. 5 Minuten Fußweg) … und finden uns  in einer Geisterstadt wieder. Ein Restaurant hat offen – ansonsten ist alles unbelebt. Ein einsamer Arbeiter arbeitet mit einer Motorsense und gelegentlich fährt ein Auto vorbei. Die Vorstellung, dass hier in wenigen Wochen das Leben brummt, fällt schwer.

 Vieste

So toll der Ausblick auf den Strand auch ist – der Wind zu kalt, so dass wir nicht länger bleiben wollen. Sieht auch merkwürdig aus: im Pulli und Jogginghose am sonnigen Strand. Bevor also die Italiener einen Lachkrampf bekommen, geht’s weiter nach Vieste. Wir versuchen auf Autobahn zu verzichten, schlängeln uns durch Wälder, bekommen immer wieder mal einen Ausblick auf die zerklüftete Küste. Doch grade als die Küstenstraße richtig grandios wird: Straßensperrung und Umleitung durchs Hinterland. Nix mit Küste. Statt dessen kommen wir an einem Bauernstand vorbei und versorgen uns mit Tomaten und selbst eingelegten Sardinen. Ein ganzes Einmachglas voll. Die letzten werden wir dann in Deutschland entsorgen – wir konnten irgendwann einfach keine in Öl eingelegten Sardinen mehr sehen.

In Vieste müssen wir uns am Campingplatz erst mal durch die Schilder lesen (alle in Italienisch) bis wir drauf kommen: Wir sollen uns hinten im Hotel anmelden. Dort befindet sich dann ein richtig schöner, ruhiger Campingplatz mit Schwimmbad (meine große Zehe meldete: zu kalt). So wackeln wir also die befahrene Straße hinunter und besichtigen Vieste.

Am Abend laufen wir nochmal in die Stadt (ist schon beschwerlich, jammert der Ehemann) – und sind in einer anderen Welt. Sabine meint verwundert: Haben alle Ehemänner Ausgang bekommen? Überall sitzen Männer, unterhalten sich, dichter Verkehr und wir finden eine nette kleine Pizzeria. Direkt daneben ein Laden mit Käse – lokale Spezialität ist der Podolica, ein Käse in Tropfenform, von dem wir einen viel zu kleinen kaufen.

Monte Sant’Angelo

Unser nächstes Ziel ist wieder der Schauplatz eines Wunders: in Monte Sant’Angelo soll der Erzengel Michael erschienen sein.

Doch vorher hält uns die Landschaft nochmal in Atem – die Ausblicke sind immer wieder wunderschön und der Fahrer muss häufiger ermahnt werden, doch auf die Straße zu achten.

In Monte Sant’Angelo finden wir problemlos einen Parkplatz direkt unterhalb der Kirche.

Rundreise Italien Parkplatz Mont Sant'Angelo
Parkplatz mit Aussicht

Unser Navi hat uns mitten durch die Stadt geführt – was der Fahrer auch atemberaubend fand. Enge Gassen sind halt doch nur für Fußgänger romantisch.

Vom Parkplatz weist uns der Parkwächter mit viel Gestik ein und gibt mit vielen italienischen Wörtern noch einen etwas längeren Überblick wo und wie man die Besichtigung starten sollte – einfach den Hang rauf und schon stehen wir in der Altstadt und der Kirche bzw. der Grotte mit darüber gebauter Kirche in der der Erzengel Michael den Hirten erschienen sein soll. Die Zeit passt – es ist noch vor 13 Uhr und uns gefällt die Kirche sehr gut.

Nicht nur die Kirche (in die zu unserer Verblüffung auch ein Fahrstuhl führt) ist wunderschön, sondern auch ein Bummel durch die Altstadt lohnt sich!

Castel del Monte

Durch den Besuch in der Grotte wurden uns alle Sünden genommen – die Arthrose leider nicht. Da im Moment nur die Daumen vom umklammern des Lenkrades zwicken, geht die Reise weiter zum Castel del Monte, einer Burg deren Sinn laut Reiseführer niemand versteht.

Die Anreise geht durch einsame, schmale Straßen und es ist wenig los. Aber am Castel brummt der Betrieb – und das obwohl der Parkplatz recht leer ist. Während der Saison wollen wir uns das nicht vorstellen.

Rundreise Italien Castel del Monte Parkplatz
Parkplatz Castel der Monte

Zum Castel gibt es Zubringerbusse (1 Euro p.P) und wir empfehlen, die zu nutzen, der Weg zum Castel kam uns doch recht weit vor. Wir haben auf jeden Fall gelernt, dass eine italienische Schulklasse nicht anders ist als eine deutsche – nur passen mehr, viel mehr Kinder in den Bus.

Den Eintritt in das Castel  für 10 Euro p.P. finden wir zu teuer – und lohnt unserer Meinung nach nicht. Im Castel sind ein paar Kunstgegenstände, die Fenster blicken auf den Innenhof und einen Ausblick auf die Landschaft haben wir nicht gefunden.

Landschaftlich lohnt sich der Besuch aber auf jeden Fall.

Wir bleiben über Nacht und genießen unsere Beute in Form von Wein, Käse, Oliven und Erinnerungen.

Rundreise Italien Castel del Monte Abendessen
Beute

Grotta di Castellana

Mal wieder eine Grotte. Hat man eine gesehen, hat man alle gesehen. Von wegen! Fahrt! Da! Hin!

Leider ist zumeist das Fotografieren in der Grotte verboten. Hier ein paar Eindrücke vom Eingang.

Rundreise Italien Grotta di Castellana Rundreise Italien Grotta di Castellana Eingang

Und das ist nur der Eingang. Schade, dass wir von der italienischen Führung nicht ein Wort verstehen. Zum Schluss stellte sich heraus, wir waren nicht die Einzigen, die nichts verstanden, der Guide schien etwas deprimiert, als er  in die Runde fragte, wo seine Gäste so herkamen. Er fragte sich dann wohl, für wen er seine Führung eigentlich  gehalten hat, wenn doch keiner was versteht…

PS: Es gibt auch deutsche und englische Führungen. Aber nicht immer und nur zu bestimmten Uhrzeiten. Details siehe Link

Nahe der Grotte ist auch ein Stellplatz, der uns gut gefällt, zwar keinerlei Ver-/Entsorgung aber irgendwie gemütlich. Zumindest im Mai.

Zipfelmützenhausen – Alberobello

Seit vielen Jahren bewundere ich ein Bild bei Freunden von uns – originelle Häuser, die ein bisschen an Schlumpfhausen erinnern. Die wollte ich unbedingt mal sehen. Zu sagen, dieses Bild wäre ein Auslöser für diese Reise ist nicht untertrieben.

Auf jeden Fall liegt Schlumpfhausen mit seinen Zipfelmützenhäusern (Trullie) in Italien und heißt Alberobello. Dort finden wir auch – mit etwas Schimpfen vom Fahrer – einen Park- und Stellplatz. Tja, Alberobello hat Weltruhm, der Stellplatz kostet 18 Euro für 24h. Wer Alberobello nicht bei Nacht besichtigen will und wem es in die Reiseplanung passt: In Alberobello parken, besichtigen und dann zur Grotte di Castellano fahren und dort für 5 Euro übernachten. Immerhin: Volle Ent- und Versorgung ist enthalten. Unsere Toilettenkassette passt leider nicht in den Automaten – aber auch dafür gibt uns ein freundlicher Herr eine Anleitung, dass dafür in der Mitte der Grauwasserentsorgung extra  ein Loch ist … und wir fahren am nächsten Tag mit einem frisch ent- und versorgten WoMo weiter.

Zwischendrin besichtigen wir gleich 2 Mal die Stadt und die Ehefrau lässt die Kamera heiß laufen. Der wundfüßige Ehemann freut sich diebisch auf das Gejammer, wenn das Fotobuch von ihr zusammengestellt wird.

Lecce

Was hat mich Lecce an Vorbereitung gekostet. Es ist stadtnah keine Unterkunft zu finden. Immerhin konnte ich einen Parkplatz nahe dem historischen Kern finden und in 10 – 15 km Umkreis ein paar Camping- oder Stellplätze.

Auf zum Parkplatz. Den wir nicht nutzen dürfen.

Auf zum nächsten Campingplatz. Den es nicht mehr gibt.

Auf zum übernächsten Campingplatz – der geschlossen ist.

Einen hab ich noch … und der Stellplatz hat geöffnet.

Wir rollen den Felsbrocken, der mir von der Seele gefallen ist, erst mal aus dem Womo raus und stellen uns dann zu den beiden anderen Fahrzeugen – Deutsche und Franzosen. Allgemeiner multilingualer Erfahrungsaustausch und gemeinsame Buchung des Fahrservice in die Stadt.

(Der Stellplatz wird von einem Hymer-Shop betrieben – falls also jemanden noch ein Stecker oder ähnliches fehlen sollte: der Shop ist gut bestückt) Im Hof steht eine ganz alte Hymer-B-Klasse, die wir besichtigen dürfen … und wir sind entzückt von diesem Wohnzimmer auf Rädern. Schade,, dass so was nicht mehr gebaut wird.

Lecce sollte man unbedingt besichtigen. Alte Sandsteinhäuser atmen Geschichte aus und ein gemütliches Flair geht von der Altstadt aus – als würde die Zeit dort langsamer vergehen.

An der Kathedrale buchen wir eine Stadtführung per Fahrrad-Rikscha (so ein modernes Teil mit Pedelec). Die junge Frau spricht ein für uns verständliches Englisch und wir sind nach der Stunde sicher, alles gesehen zu haben.

Pssst: Es gibt da einen Chocostore. Nicht, unter keinen Umständen da rein gehen. Mit so einem Schoko-Kugelschreiber, einem Schoko-Licht oder einer Schoko-Uhr kann Frau immer was anfangen.

Souvenir aus Lecce eine Schokouhr
Schokouhr

Genug gefahren: Campingplatz Riva di Ugento

Jetzt wollen wir ausspannen – und der kleine Reiseführer hat einen Campingplatz herausgesucht: Riva di Ugento.

Der Campingplatz ist unglaublich groß und öffnet erst ab dem 15. Mai. Also für uns genau passend. Anscheinend ist der Platz auch in Deutschland recht bekannt: Überall hören wir Deutsch und auch an der Rezeption wird fließend Deutsch gesprochen. Schade eigentlich – wir haben Spaß daran, mit unseren 3 Wörtern Italienisch unseren Weg zu finden.

Es gibt im Laden übrigens Brötchen mit Oliven. Ich gebe zu, ich dachte es wären Rosinenbrötchen, aber die waren trotzdem lecker. Allerdings passt Marmelade nicht wirklich dazu.

Uns gefällt es gut, wir verlängern und bleiben noch ein bisschen…doch als die ersten Sonnenschirme am Stand erblühen, wissen wir – es ist Zeit zu gehen.

 

 

Matera

Schon allein der Weg nach Matera lohnt sich. Die Landschaft mit ihren sanften Hügeln gefällt uns.

Der von uns vorab ausgesuchte Stellplatz liegt etwas außerhalb der Stadt und bietet einen Shuttle-Service. Der Platz selber ist hervorragend ausgestattet, die Stellplätze sind gepflastert, Steckdose am Platz. Toiletten in der Nähe, nur für die Dusche muss man einen Schlüssel holen.

Und Matera darf man nicht verpassen! Höhlenwohnungen, Kirchen, enge Gässchen. Und erschöpfte Ehemänner bekommen sogar ein Eis.

Taverna Napoleone

Die Rückreise wird dann zügig durchgeführt – zwei Tage später sind wir zu Hause. Wir hatten gedacht, das ginge noch zügiger, doch leider ist ein Teil der Autobahn im Umbau und wir fahren lange Zeit in Kolonne die Umleitung entlang. Auch ansonsten will es an diesem Tag nicht wirklich laufen, immer wieder Stau. Mailand wollen wir uns nicht mehr antun, quälen unser Navi und finden einen Stellplatz mit Restaurant. Der Stellplatz ist kostenlos. Natürlich besucht man dann das Restaurant…

Die Feier im Restaurant finden wir interessant, auch wenn dadurch der Parkplatz ziemlich belegt ist. Aber unser Franz passt ja auch in kleine Lücken. Der Anweg zum Stellplatz hat allerdings Maximalbreite 2,20 m – das Bier haben wir uns wirklich verdient.

Übersicht der genutzten Camping- und Stellplätze

Name Anschrift Koordinaten Kommentar
TCS Camping, Luzern Schweiz, 6048 Luzern-Horw, Seefeldstr. 1 47˚0’43“N
8˚18’40“E
freundlicher Empfang, gute Beratung, Sonderpreis für Kurzaufenthalt
Happy Camping Village, Bellaria
Via A. Panzini, 228
47814 Bellaria RN
Italien
44˚09’37“N
12˚26’54“E
deutschsprachig, ganzjährig geöffnet.
Stellplatz Ancona (AA Area sosta camper) Via del Fornetto, 18, 60126 Ancona, Italien  43˚36’02“N
13˚29’08“E
kostenlos
von Dauerparkern belegt
Area sosta camper Loreto Via Cesare Maccari, 33, 60025 Loreto AN, Italien 43˚26’30“N
13˚36’51“E
von uns nicht genutzt, liegt etwas abseits der Kathedrale. Geparkt wurde von Wohnmobilen hier:

43˚26’27“N
13˚36’23“E

Stellplatz Acoli Piceno Largo Ludovico Cattaneo, 63100 Ascoli Piceno AP, Italien 43˚51’08“N
13˚34’55“E
SEHR eng, Niedrige, schlecht sichtbare Drähte  so dass Teile es Platzes nur von PKW genutzt werden können. Wurde von uns nicht zur Übernachtung genutzt.
Stellplatz

Azienda Agricola Speca Guglielmo

Via degli Orti, 21, 64014 Villa Rosa TE, Italien 43˚51’44“N
13˚55’10“E
„auf dem Bauernhof“ mit Hofladen, Toiletten, Duschen, Strom.
Stellplatz

Lesina Marina
Lido Rosa

Via dei Platani, I traversa al mare, 71010 Lesina Marina, Lesina FG, Italien 41˚54’58“N
15˚20’00“E
Toiletten vorhanden
Kein Schatten
Kein Strom
Keine Ver-/EntsorgungDirekt am Strand
günstig
Campingplatz
Aranci Village
Baia degli Aranci, Lungomare Europa, 48, 71019 Vieste FG, Italien 41˚53’13“N
16˚09’59“E
bis zur Stadt etwas weit. Zum Strand gibt es eine Unterführung.

Sauber und kein Straßenlärm.

Parkplatz
Monte Sant’Angelo
Via Estramurale, 68, 71037 Monte Sant’Angelo FG, Italien 41˚42’30“N
15˚57’17“E
Parkplatz, nicht sicher ob man übernachten kann. Parkwächter sehr freundlich. Historische Altstadt gut erreichbar.

Pralle Sonne!

Stellplatz
Castel del Monte
 SS170dir, 76123 Andria BT, Italien 41˚4’48“N
16˚16’30“E
Gemischter Parkplatz, Strom vorhanden. Nutzung der öffentlichen Toiletten möglich, kosten extra (haben wir nicht probiert).
Stellplatz
Grotta di Castellana
40˚52’28“N
17˚09’00“E
kein Strom, keine Ent-/Versorgung. Parkplatz mit Bäumen.

Hat uns gut gefallen, irgendwie idyllisch.

Stellplatz
Alberobello
Via Cadore, 1, 70011 Alberobello BA, Italien 40˚46’57“N
17˚14’02“E
Altstadt mit den Trulli ganz nahe

Strom
Komplette Ver- und Entsorgung

Reinigungsautomat für kleinere Kassetten

Stellplatz Lecce Via Preti di Campi, 35, 73010 Lequile LE, Italien 40˚16’56“N
18˚07’52“E
mit Shuttleservice (privater PKW) nach Lecce

Sehr freundlich!

Campingplatz Riva di Ugento Litoranea Gallipoli – S.M. di Leuca, 73059 Fontanelle, Ugentu LE, Italien 39˚52’31“N
18˚08’24“E
Deutschsprachig

Im Pinienwald (für große Womo gibt es passendere Plätze, die kommen nicht unter die Bäume)

Sauber

Ruhig (auf Einhaltung der Ruhezeiten wird geachtet)

Stellplatz Matera

Agritourismo Masseria del Pantaleone

Contrada Chiancalata, 27, 75100 Matera MT, Italien 40˚39’08“N
16˚36’25“E
Hervorragender Platz mit Shuttleservice. Trotz Nebensaison gut gefüllt!

Strom und Wasser direkt am Platz, viele Plätze gepflastert.

Stellplatz Taverna Napoleone

Castelnuovo Rangone

Stradello S. Lorenzo, 46, 41051 Castelnuovo Rangone MO, Italien 44˚34’38“N
10˚57’55“E
Anweg 2,20 m Breite!

Parkplatz, keine Versorgung, kein Strom

Restaurant.

Tipps

In der Schweiz und auch in Italien sind wir auf Autobahn-Raststätten gefahren, die das Entsorgungsschild für Wohnmobile hatten. Zu unserer (angenehmen) Überraschung konnte man dort eine volle Ver- und Entsorgung durchführen. Sehr vorbildlich, so etwas habe ich in Deutschland noch nicht gefunden.

Möglichst das Tanken in der Schweiz vermeiden, d.h. vorher runter von der Autobahn und volltanken. Unser WoMo hat es mit 1/2 Tank durch die Schweiz geschafft.

Navi nutzen um Tankstellen abseits der Autobahn zu finden. Die in den Navi’s bereits vorhandenen Tankstellen (also POI, Point of Interest) sind ausreichend. Schon bei der Reiseplanung rausfinden, wie man das ins Navi eingibt (POI in der Nähe). Das ist der Job des Beifahrers, der muss also ggf. angelernt werden. Notizen fürs Vorgehen sind da hilfreich – wir wollten eine Teilstrecke sperren und haben ewig gebraucht bis wir wieder wussten wie das geht.

Mehr Fotos?

Haben wir auf Google:

https://goo.gl/photos/TZ2JQWCktQXVhi4s5

Ein Gedanke zu „Italien – Rundreise durch Italiens Süden im Mai

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