Herkules zwischen Trümmern – Kassel

Juli 2016

Ein WoMo rentiert sich besonders, wenn man es für Kurztripps nutzen kann. Dank Gleittag und passabler Wetteraussichten konnten wir die WoMo – Rendite nutzen und fuhren kurzentschlossen nach Kassel.

Gut, ich gebe es zu, so „kurz“-entschlossen waren wir nicht, die Beste aller möglichen Ehefrauen hatte da schon was vorbereitet… und runzelte ein wenig die Stirn: Der Campingplatz ist geschlossen. Und die Stellplätze sind komisch.

Die Stellplätze, die für uns in Frage kamen, waren entweder der beim Hotel „Gude“ oder der Parkplatz Bergpark.

Wir entschieden uns für das Hotel – eine gute Entscheidung.


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© OpenStreetMap contributors - Veröffentlicht unter ODbL

 

2016-07-30 17-40-56_360_WoMo_Tour_Kassel_Bergpark_und_ZisselWir kamen gegen 18 Uhr an und meldeten uns an der Rezeption des Hotels an – und waren von der Freundlichkeit überrascht, mit der wir begrüßt wurden. Dank der Auskünfte, die wir dort bekommen haben, fanden wir uns schnell in Kassel zurecht.

Der Stellplatz inkl. Strom ohne Ent- und Versorgung kostet 11 Euro. Ein Frühstück kann man im Hotel für 17 Euro p.P. bekommen, das haben wir aber (leider) nicht probiert.

Das Hotel liegt – von der Straßenbahnanbindung her – verkehrsgünstig. Essen gehen war dann doch etwas komplizierter (he, Kurzurlaub, da bleibt die WoMo-Küche kalt).

Hotel-Rezeption und Google Maps verwiesen auf das Hotel Zwehrener Hof. Einfach die Hauptstraße runterlaufen, nach ca. 10 Minuten is(s)t man da.


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Unsere Empfehlung: draußen sitzen, Bierchen und hessisches Schmand-Schnitzel. Dann mit dem vollen Bäuchlein zurück zum WoMo.

 

 

 

 

Samstag

Eigentlich geplant für die Stadtbesichtigung. Denn: Die Wasserkunst im Bergpark findet sonntags um 14:30 statt. Aber das Wettervorhersage sieht für den Sonntag nicht so dolle aus – kurzfristig werden die Pläne geändert. Auf zum Bergpark!

Dank der Hotelrezeption wussten wir, dass die Multikard für 8,90 Euro die beste Lösung für uns ist. Die Fahrkarte ist für 2 Erwachsene das ganze Wochenende gültig (3 Kinder können wohl auch noch mit, aber die hatten wir dann doch nicht dabei). Die Haltestelle ist vom Hotel 5 Minuten entfernt.

Schon saßen wir in der Straßenbahn Linie 6 stadtauswärts. An der Endhaltestelle in den Bus zum „Herkules“. Einfacher geht’s nicht. (Wichtig: Linie 6 fährt nur samstags, sonntags muss man anders planen mit 2 mal umsteigen).

Der Eintritt in den Bergpark ist frei. Will man auf den Herkules muss man 3 Euro Eintritt zahlen.

WICHTIG: der Bergpark wird gefühlt seit 20 Jahren saniert. Um es mit den Worten eines Einheimischen zu sagen: Für den Flugplatz war Geld da und hier fallen uns die Steine auf den Kopf. Als Ergebnis sind überall Gerüste, Baukräne, Holzstützen. Nach meiner Meinung lohnt sich ein Besuch trotzdem.

 

Wir sind froh, dass wir von oben nach unten laufen – die Treppen haben es in sich. Nachdem wir mit der Besichtigung durch sind, entscheiden wir uns nochmal um: Wenn es nicht wie aus Eimern gießt, werden wir morgen wiederkommen und uns auf alle Fälle die Wasserkunst ansehen. (Weiter unten kommen dann die Bilder vom Park mit / ohne Wasserkunst)

Heute nutzen wir die Gelegenheit und gucken uns noch schnell den Wohnsitz der Mätresse an: die Löwenburg. Fortuna lächelt uns an: Wir entscheiden uns für eine Führung durch die Burg und sind die einzigen Teilnehmer. Privatführung \o/.

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Wieder einmal ärgern wir uns über unseren schlechten Orientierungssinn. Und fragen uns gleichzeitig, warum Wegweiser immer so schlecht sichtbar sind? Doch letztendlich finden wir unseren Weg nach unten zum Schloß. Es ist 15 Uhr. Wir haben Hunger. Essen gibt es nur bis 15 Uhr. Gut, dass wir sowieso abnehmen wollen. So machen sich zwei müde Wanderer mit gesenktem Haupt und knurrendem Magen auf zur Straßenbahn Linie 1 Richtung Stadtmitte. Am Rathaus steigen wir aus.

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Am Rathaus vorbei, rechts abbiegen dem Schild Richtung Orangerie – und wir finden einen Griechen. Der geöffnet hat. Der Hungertod kann abgewendet werden!

Gestärkt geht es weiter, an der Dokumenta und Pokemon-Spielern vorbei zur Orangerie. Die hat geschlossen, wir sind zu spät. Aber das Wetter ist sowieso viel zu gut, um ins Planetarium zu gehen. Wir schlendern statt dessen über den Zissel. Das ist ein Jahrmarkt / Volksfest mit Karussel und … Fressbuden. Zu spät, wir sind satt.

Wir genießen trotzdem die Buden und Menschen, die gute Stimmung und das warme Wetter, schlendern die Fulda mit den unzähligen Rudervereinen längs und … stellen fest, dass wir schon ganz schön lange laufen. Blick aufs Handy … oje, noch ein ganzes Stück. Die Fulda-Auen bzw. die Karlsaue sind doch größer als gedacht. Endlich sind wir an der Straßenbahnhaltestelle und kurz darauf im WoMo.

Sonntag

Wir wollen heute wieder mit der Bahn zum Bergpark und die gleiche Strecke wie gestern laufen. Zu unser Verblüffung fährt die Straßenbahn nicht. So planen wir um und besichtigen gleich mal den halb-offiziellen Stellplatz am Bergpark. Kein Strom, keine Ver- Entsorgung, kein Schatten. Dafür kostenlos – außer wenn die Wasserkunst läuft. Dann 10 Euro inkl. Shuttle-Service.

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Der Shuttle-Service ist allerdings ein ganz normaler Bus – unsere Multikard gilt da auch. Wir fahren kurz nach 13 Uhr los und suchen uns durch die Menschenmenge den nach unserer Meinung besten Startpunkt. Es sind wirklich viele Menschen unterwegs – gut dass das Wetter so durchwachsen ist.

Für die Wasserspiele sollte man nicht trödeln. Hinstellen, Foto machen, durch die Menschen schlängeln, zum nächsten Highlight gehen usw…

Die Zeiten, wann und wo die Wasserkünste starten haben wir über diesen Link vorab ermittelt. Zusätzlich ist oben am Herkules auch ein Info-Zentrum, dort kann man auch Infomaterial bekommen. Und Kühlschrankmagnete.

Nachstehend die Bilder aus dem Park mit und ohne Wasserspiel.

Start am Herkules / Kaskaden

Steinhöfer Wasserfälle

Teufelsbrücke

Aquädukt

Große Fontaine

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Beeindruckt gehen wir zurück zum Womo – das steht ja jetzt ganz in der Nähe. Es ist Sonntag, 17 Uhr, Nieselregen.

2 Stunden später sind wir wieder zu Hause und verbringen den Gleittag mit Gartenarbeit – und der Planung für den nächsten Kurztripp.

Fazit

Es gibt Städte und Gemeinden, die haben begriffen, dass WoMo-Fahrer eine Einnahmequelle sind. Ein Parkplatz mit guter Anbindung, Strom, Wasser, Entsorgung für die Toilette werden geboten. Vorbilder sind für mich Friedrichstadt oder Rothenburg o.d.T. Kassel, dass mit dem Bergpark einen passenden Touristen-Magneten hat, hat hier noch starken Nachholbedarf.

Der Bergpark, auch ohne laufende Wasserkunst, ist beeindruckend und definitiv eine Reise oder einen Zwischenstopp wert. Als Hesse finde ich es aber beschämend, dass nach all den Jahren der Bergpark immer noch in diesem Zustand ist.

 

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